Dienstag, 15. Februar 2011

„Ach ja, der Blog...

... Vielleicht wird es Zeit hier mal wieder ein bisschen zu schreiben”, dieser Gedanke kam mir, als ich mich gerade wegen -26 Grad im Haus verbannt, gefragt habe was ich denn heute mal machen könnte.
Mehr als die Hälfte ist jetzt vorbei, der Februar rast einfach nur vorüber, die verbleibende Zeit wird immer überschaubarer und ich hab das Gefühl, dass es gar nicht mehr lange dauern wird, bis ich wieder zu Hause bin.
Die Sprache klappt immer besser und obwohl ich noch immer mit ihr zu kämpfen habe, bekomme ich viele Komplimente und jeder fragt mich, wie ich es so schnell lernen konnte und warum die Russen, die hier leben, das in all den Jahre nicht geschafft haben.
Das fragte mich sowohl die Zahnärztin in der Schule, bei der wir alle eine von der Stadt finanzierte Zahnreinigung bekommen haben (Wir haben in der Schule tatsächlich ein Zimmer wie eine Zahnarztpraxis eingerichtet, mit all den Instrumenten und dem netten Stuhl.), als auch eine Freundin meiner Gastmama, mit der wir am letzten Wochenende anlässlich meines Namenstages (der hier eine große Rolle spielt) in ein Wellnesshotel am Strand gefahren sind. Und noch viele andere Leute...

Im neuen Jahr habe ich schon viele lustige Momente mit meinen lettischen Mädels verbracht, war mit meiner Klasse Ski fahren und hab mich mit den andern Austauschschülern vergnügt. Morgen ist Ēnu diena, zu Deutsch „Schattentag“, eine Aktion in ganz Lettland, die man mit einem eintägigen Praktikum vergleichen kann. Ich wurde aus einer großen Menge Mitbewerbern für einen bekannten Herzchirurgen ausgewählt. Tut mir leid, aber damit muss ich einfach mal angeben, denn es wird bestimmt total spannend morgen!
An diesem Wochenende fahre ich nach Dobele (nähe der litauischen Grenze), organisiert von der deutschen Kirche Riga und danach das Wochenende habe ich schon Geburtstag. Also ihr Lieben, fangt fleißig an mir Geburtstagspost zu schicken. Nein, macht euch keinen Stress, ich mir nämlich auch nicht. Höre jetzt auf zu schreiben, ohne Silvester Beachtung geschenkt zu haben. Egal – wer sich unglaublich dafür interessiert, darf sich persönlich bei mir melden.
Ich gehe jetzt einen heißen Tee kochen, sonst friere ich fest.
Um die Kälte zu veranschaulichen:

Die zugefrorene Ostsee.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Barikādēm 20! - Die Erinnerung an die Barrikaden 1991



Heute ist ein wichtiger Tag in Lettland. Es gibt also mal einen super aktuellen Blogeintrag. Denn in dieser Woche vor 20 Jahren, also vom 13. - 20. Januar 1991 haben sich circa eine halbe Millionen Menschen in Riga verschanzt um sich gegen die Unterdrückung der Sowjetunion zu wehren. Am 20. Januar kam es zum eigentlichen Gefecht und zum Anfang des Endes der Sowjetunion.
Zum Gedenken an diese Zeit hat die Oberstufe sich heute in der Schule im Saal getroffen. Nachdem wir einen kurzen Film gesehen haben (der wirklich schockierend ist und den auch ihr verstehen könnt ohne lettisch oder russisch zu können! leider ist er nur bis Ende Januar auf der Internetseite, also zögert nicht!) hatten wir noch einen Herrn da, der selber bei den Barrikaden dabei war und eine Menge darüber erzählt hat. (Von dem ich leider nicht so viel verstanden habe, wie ich gerne verstanden hätte..)

Damit ihr alle noch einen tieferen Einblick in das ganze Thema bekommt werde ich aus einem 2006 erschienen Artikel zitieren, den ich beim "Netzwerk für osteuropäische Berichterstattung" gefunden habe:

Als am 20. Januar Spezialeinheiten des sowjetischen Innenministeriums Riga angreifen, ist dies der Höhepunkt eines bereits monatelang dauernden Freiheitskampfes der kleinen Baltenrepublik. Am 4. Mai 1990 hatte sie sich für unabhängig erklärt, seither terrorisiert die sowjetische Spezialeinheit OMON die lettische Bevölkerung.

Sonntagnacht fallen die ersten Schüsse. [...] Leuchtspurmunition fliegt durch die Luft, Maschinengewehre rattern.

Tagelang schaffen eine halbe Million Entschlossene Baumstämme, Traktoren und Lastwagen herbei und verbarrikadieren die Altstadt. In den engen Gassen ziehen sie in Windeseile Mauern hoch und türmen Holz- und Metallteile auf.

Der Dom ist zum Lazarett umfunktioniert [...].Draußen auf dem Domplatz brennen Lagerfeuer [...], Frauen verteilen heißen Tee aus Thermoskannen, schmieren Brote und kochen Suppe. „Jeder hat gegeben was er hatte. Niemand dachte ans Geld."

Der Untergang der Sowjetunion wird in Riga besiegelt. Zwar sind die lettischen Milizen hoffnungslos unterlegen, aber nach vier Stunden Kampf ziehen sich die sowjetischen Militärs plötzlich zurück. „Warum genau, wissen wir bis heute nicht“, sagt Miliz Zalais, „wahrscheinlich wusste Gorbatschow, dass es sonst zu einem riesigen Massaker gekommen wäre“.


Falls ihr interessiert seid, dann könnt ihr jetzt natürlich auch den ganzen Artikel lesen.

Für nochmehr Eindrücke, schaut euch die Videos auf Youtube an. Sie laufen heute eigentlich auch schon den ganzen Tag im Fernsehen, verbunden mit Übertragungen von Gedenkveranstaltungen in Riga.

Es ist so eine schreckliche Vergangenheit die dieses Land hat, sie können wirklich Stolz sein, die Letten, dass sie es gemeistert haben. Was mir persönlich noch eine Gänsehaut bereitet ist die Tatsche, dass es ja noch gar nicht sooo lange her ist...

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen für die Geschichte Lettlands interessieren!
Bei nächsten Mal gibt es dann sicherlich wieder ein paar schönere Geschichten. Ich muss euch zum Beispiel auch noch von Silvester erzählen. Aber wie gesagt - das kommt beim nächsten Mal!

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Priecīgus Ziemassvētkus!

Hallo meine fleißigen Leser!
Ich hoffe ihr hattet alle wunderbare Weihnachtstage und konntet sie nach euren Wünschen verleben! Ich kann sagen, dass ich wirklich ein tolles Weihnachtsfest hatte und überhaupt kein Heimweh, wovon man an einem solchen Tag ja schon fast automatisch ausgeht…
Morgens war ich mit meiner Gastmami auf dem Markt und habe noch die letzten Dinge eingekauft, danach ging es mit Madara, meinem Gastpapa sowie Opa in den Wald unseren Baum fällen -bzw. sägen. Gar nicht so leicht einen Baum zu finden, denn hier liegt so viel Schnee, dass man eigentlich kaum was von den Bäumchen gesehen hat.

Wieder zu Hause wurde dann der Baum geschmückt und wir haben Piraga, ein traditionelles lettisches Weihnachtsgebäck mit Speck gefüllt, und Pfefferkuchen gezaubert. Später kam meine Gastoma und wir haben alle zusammen das Weihnachtsessen verspeist. Ähnlich wie in Deutschland war natürlich viel zu viel :D Es gab -natürlich!- Kartoffeln, Fleisch, Bohnen und -traditionell- graue Erbsen mit Speck. (Klingt irgendwie nicht soo lecker, ist es aber!)
Danach haben wir uns die Rede von Valdis Zaltlers dem lettischen Präsidenten im Fernsehen angeschaut und danach gab es Geschenke.
An diesem Punkt auch an alle die fleißigen Päckchen-, Briefe- und Kartenschreiber, ihr seid toll!


Andere tolle Erlebnisse in diesem Monat waren
… der Familienausflug zum Weihnachtsmarkt in Tallin in Estland. (In das Land, in dem mein Name "Bettlaken" bedeutet...)


… der Klassenausflug zur Chipsfabrik (alles angucken und natürlich auch probieren!) und danach zum Open-Air-Schlittschuhlaufen.
… der Weihnachtsball in der Schule. Hier wird man tatsächlich noch von den Jungen zum Tanzen aufgefordert. Im ersten Moment war ich total überrascht, aber hier schien es völlig normal zu sein. War eine witzige Erfahrung!
… die Zeugnisse in der Schule. Bei einem Schnitt von 7,5 und besser bekommt man in einer kleinen Runde aller Oberstufenschüler, die das erreicht haben, die Zeugnisse von der Schulleiterin überreicht. Ich war dabei!
... Und nachtürlich ist auch die 4-Monats-Marke nicht unbemerkt vorbei geschlichen.
Jetzt habe ich zwei Wochen Ferien, mal sehen, was da noch so spannendes passiert.

Euch allen auf jeden Fall einen guten Start ins neue Jahr 2011!

Abschied

(28. Dezember 2010)

Es ist so komisch. Jetzt haben wir Zaiga zum Flughafen gebracht. Eine wunderbare Australierin, die mir in der letzten Zeit wirklich ans Herz gewachsen ist. Leider ist ihre Zeit hier schon um, da sie schon im Januar angekommen war.
Sicherlich war es von Anfang an klar, dass wir uns auch hier irgendwann wieder verabschieden müssen, aber so richtig klar ist mir das erst jetzt geworden. Und wenn ich hier am Ende des Jahres meiner lettischen Familie, meiner Klasse und meinen Freunden lebewohl sagen muss, dann kann ich nicht einfach sagen „es sind ja nur 10 Monate“.

Sonntag, 12. Dezember 2010


Es schneit immer mehr und mehr und mehr! Das ist soo beeindruckend, es sieht schon so aus, als ob die kleinen Bäumchen bei uns im Garten ertrinken würden.
Als ich gestern in Riga mir mal den –nicht mit Dortmund vergleichbaren- Weihnachtsmarkt angeschaut habe, kam der Scharm des Marktes durch den vielen Schnee auch noch besser zur Geltung! Ich bin dann also da rumgeschlendert und habe nach potentiellen Weihnachtsgeschenken Ausschau gehalten.


Danach habe ich mich dann mit meiner Familie getroffen und meine Schwester und ich wurden zur Arena Riga gebracht, weil da das von mir heißersehnte Prāta Vētra Konzert stattgefunden hat! Die ein-Mann-Vorband war schon richtig gut und Prata Vetra dann erst recht! Dass wir leider nur noch Sitz-Platz-Karten ergattern konnten hat uns nicht großartig gestört, weil wir auch dort ordentlich gerockt haben :D Es wäre natürlich noch mal unglaublich viel cooler gewesen, wenn ich wie die andern Letten die Lieder ordentlich hätte mit trällern können, aber dafür reicht mein Lettisch dann leider doch noch nicht.
Gerade hat meine Gastmama dann vorgeschlagen, nächstes Wochenende nach Tallin zu fahren, also in die Hauptstadt Estlands um dort ein bisschen Weihnachtsluft zu schnuppern. Das wäre natürlich total toll!

Mh, was ist in der letzten Zeit sonst noch so passiert?
Ach richtig, vorletztes Wochenende hat Paula ihren Geburtstag nachgefeiert und wir haben Pizza gemacht und nett zusammen gesessen. Sowohl Deutsche als auch Letten. Da ist mir noch einmal ganz besonders bewusst geworden, wie sehr Sprache doch verbindet! Da wir leider noch nicht in der Lage sind, so etwas komplett auf Lettisch ablaufen zu lassen, sollte eigentlich Englisch die Sprache sein, aber sobald du dich nur mit einem Deutschen unterhältst, verfällst du automatisch ins Deutsche, was es einem Letten dann unmöglich macht, sie an deinem Gespräch zu beteiligen. Wieder eine neue Erfahrung gemacht…
Morgens musste ich dann früh raus, zum Namenstag meiner Gastoma, wo es –wie sich das gehört- zu viel Essen gab und Nachmittags war ich dann mit ein paar andern Austauschschülern bei meinem 1. Eishockeyspiel! Dinamo Riga gegen Sibirien (?!). .. Das war einfach total cool. Dadurch, dass man enger zusammen sitzt, es eine Halle ist, kleineres Spielfeld, näher am Geschehen dran, und das Spiel generell einfach viel schneller hin und her geht ist es einfach soo verdammt viel besser als FUSSBALL! Es ist soo gute Stimmung, in den Pausen immer Musik und insgesamt einfach eine Party!
Am letzten Wochenende hatten wir unser YFU-Winter-Glühwein-trinken-Treffen und danach hab ich bei Paula geschlafen und wir haben Pfefferkuchen gebacken.
Am nächsten Tag sind wir dann früh raus aus den Federn und mit Neles (ein anderes deutsches Mädchen) Gastmama in ein Shoppingcenter gefahren, weil sie dort die neusten Haarstyle Produkte vorstellen sollte. Dazu brauchte sie natürlich Haarmodels und das haben dann Paula, ihre Gastschwester und ich für diesen Tag übernommen.


So, jetzt habt ihr mal wieder ganz viele neue Eindrücke gewonnen, ihr seht es wird nicht langweilig (außer vielleicht die Zeit, die ich in den Physik- und Chemiestunden verbringe…).
Bis bald, Deutschland! Ich wünsche euch allen noch eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit und lasst euch nicht allzu sehr stressen von den vielen Weihnachtsfeiern und der Suche nach Geschenken…

Freitag, 26. November 2010

Sniegs und Schnee und Sniegs und Schnee

Draußen liegt Schnee, meine Gedanken kreisen um nichts anderes mehr. Und obwohl wir den in Deutschland ja auch –manchmal- haben, freue ich mich darüber wie ein kleines Kind. Der Schnee hellt nicht nur die dunklen Stunden auf (ja es ist wirklich so, vielleicht gibt es hier deswegen nicht so viele Straßenlaternen, denn der Schnee leuchtet so weiß und hell, dass man viel mehr sieht), sondern auch meine Stimmung. Aber ich bin da nicht die einzige, meine Mädels hier freuen sich genauso über den Schnee wie ich, und das obwohl sie den ja jeden Winter mehrere Monate lang haben.
Ich freue mich total auf Weihnachten und bald mit meinen Freunden Kekse zu backen. Das Pfefferkuchenhaus (piparkūka māja) steht schon auf der Liste mit den obligatorischen Dingen. Da fällt es auch gar nicht so sehr aus, dass es schon recht kalt ist. Nicht für lettische Verhältnisse, aber für meine deutschen Gefühle sind -7° C tagsüber ja eigentlich nicht mehr so muckelig. Doch ich merke noch komme ich gut mit der Kälte klar. Warten wir mal auf die angekündigten -30°C … :D

Die gesamte letzte Woche war irgendwie total super. Okay, ehrlich gesagt kann man es nicht ganz eine Woche nennen, es ist ein bisschen mehr, aber nun gut:
Am 18. November war ja –wie schon angekündigt- Lettlands Geburtstag! Meine Gastfamilie und ich sind nach Riga gefahren, denn an diesem Tag sind nicht nur alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Rigas umsonst, sondern auch diverse kulturelle Veranstaltungen. Ich habe ein Konzert mit einem kompletten Orchester der Musikschule Riga (eine richtige weiterführende Schule, au f der aber neben Mathe und Geschichte usw. hauptsächlich Musik, Komponieren und alles was dazu gehört unterrichtet wird), also alle Musiker in ungefähr meinem Alter und einem sehr guten und sehr berühmten, professionellem Chor „Ave Sol“ und einigen Solisten gehört. Dann noch ein Kokle-Konzert (ein traditionelles lettisches Musikinstrument) und zum Schluss „Starioriga“ eine Aktion bei der Riga für drei Tage illuminiert wurde.
Am nächsten Tag -Freitag- war ich dann wieder in Riga, um mich mit den andern Austauschschülern zu treffen. Das war weniger produktiv, aber dafür schrecklich gemütlich, denn wir haben es uns die ganze Zeit im Teehaus gut gehen lassen. Dort kann man nämlich eingemummelt in Kissen und Decken halb sitzend, halb liegend -ganz wie man möchte- nach draußen schauend seine Zeit verbringen, seinen Tee trinken und die mitgebrachten Kekse knuspern. Die Nacht bin ich dann noch bei Marvin (einem Austauschschüler aus Deutschland) geblieben, der in einem Randgebiet von Riga (genauer: Marupe) wohnt. Am nächsten Morgen haben wir und dann noch mal ins Teehaus begeben um die Zeit bis zum Mittag zu überbrücken, denn dann haben wir uns mit meiner Gastfamilie getroffen um in ein „Tanz-Konzert“ zu gehen. Ungefähr 900 Tänzer im (geschätzten) Alter von 5-55 Jahren haben dort zu unglaublich guter live Musik getanzt. Das Ganze war auch noch in eine Geschichte eingestrickt, die wir nicht ganz verstehen konnten, aber das hat dem Gesamtgefühl nicht geschadet. Sontag war dann einfach ein bisschen haļava, das ist das russische Wort für nichts tun, chillen, entspannen, nicht anstrengen….
Diese Woche konnte ich mich weder zu Salsa, noch zum Chor aufraffen, aber dafür habe ich nach der Schule die Zeit mit Mädchen aus meiner Klasse oder vom Chor mit Filmen anschauen, quatschen und Café Besuchen verbracht. Und morgen am Wochenende fahre ich dann mal wieder nach Riga.

Samstag, 13. November 2010

9. November 2010
Oh, ich fühle mich gerade super gut!
Ich weiß nicht genau wie es passiert ist, aber seit Samstag Abend spreche ich Lettisch :D
Also natürlich nicht perfekt, Grammatisch völlig falsch, mir fehlen viele Worte und ich bin sehr langsam, aber ich REDE! Und das macht mich ziemlich stolz!
Am Samstag hatten wir unser YFU-Herbsttreffen, mit Gastfamilien, Austauschschülern und Kontaktpersonen. (Jeder Schüler hat zwei Kontaktpersonen, die man bei Problemen jeder Art ansprechen kann) Meine 1. Kontaktperson (Ilva) kannte ich auch schon vorher, aber dort habe ich dann auch endlich meine 2. (Angnija) kennengelernt (die 2. ist immer gerade erst aus seinem Austauschjahr zurück gekommen. Meine war passenderweise in Deutschland…), die genauso wie Ilva super nett erscheint!
Nun ja, dort haben wir über alles Mögliche gequatscht und auch ein paar Sätze auf Lettisch gesagt (sonst ist Englisch einfach DIE Sprache), danach habe ich mich wohl so bestärkt gefühlt, dass ich das einfach nicht mehr aufgehört habe Lettisch zu reden.
Es runāju latviski visu laiku!

Am letzten Freitag habe ich –weil die Deutschlehrerin verhindert war- drei Deutschstunden unterrichtet, was total Spaß gemacht hat. In der 7. Klasse war es eher schwierig, weil die kleinen Mädchen ziemlich eingeschüchtert waren, mit der 12. war es einfach nur unglaublich lustig, weil sie einfach kaum etwas sagen konnten, bzw. –meine Theorie- zu faul waren. Und mit der 10. Klasse war es richtig gut, die hatten es irgendwie ziemlich raus. Und für die „Mühe“ habe ich von meiner Lehrerin eine super Tafel Laima-Vollmilch-Nuss-Schokolade bekommen. Was das ganze eeetwas in lächerliche gezogen hat, war die Tatsache, dass am Freitag wieder Motto-Tag war, diesmal „Schlafanzug“. Meine Klasse hat den Vogel abgeschossen mit der Idee, nicht nur im Schlafanzug aufzukreuzen, sondern auch noch mit Schlafsack und Lockenwicklern (nur die Mädchen!). Also hat mein Deutschunterricht im Schlafanzug stattgefunden. Das hat sich aber gelohnt, denn meine Klasse hat den kleinen Wettbewerb gewonnen und wir haben einen fetten Kuchen geschenkt bekommen!



Auf dem Klassenfoto bin ich nicht, weil ich da gerade Deutsch unterrichte, aber hier noch ein Bildchen von mir:




13. November 2010
Heute ist Samstag, aber davon merkt man in Lettland nichts, denn jeder muss der normalen Arbeit nachgehen. Erwachsene ins Büro, Schüler in die Schule…
Das liegt daran, dass am 18. November (also nächsten Donnerstag) „Latvijas Republikas proklamēšanas diena“ ist. Also Lettlands (92.) Geburtstag. Das ist natürlich ein Feiertag und damit der Freitag danach auch frei ist und alle Letten ein langes Wochenende haben, muss der Freitag vorgearbeitet werden.
Generell bin ich schon sehr gespannt auf den 18., denn überall in der Stadt (in der Fußgängerzone und an allen Privaten Häusern) ist schon die lettische Flagge gehisst und für die Letten ist es ein sehr wichtiger Tag.
Mein Chor hat auch einen Auftritt (allerdings schon am Mittwoch, weil Donnerstag ja keine Schule ist) bei dem unglaublich patriotische Lieder gesungen werden.
Von diesem Tag gibt es dann sicherlich noch einiges zu berichten...

Montag, 4. Oktober 2010

Lach- und Sachgeschichten

Die neusten Beobachtungen:
1. Lettland hat einen traumhaften Himmel. Tagüber wunderbar weit und endlos erscheinend, abends einen hübschen Sonnenuntergang und einen Sternenhimmel vom feinsten. Der ist hier wirklich fast so schön wie in Griechenland und Kroatien!
2. Wäsche waschen will gelernt sein!
Meine Schwester und ich haben gewaschen, aus irgendeinem Grund hat das mit dem Schleudergang nicht funktioniert und wir mussten die Wäsche per Hand auswringen. Nach drei Versuchen den Trockner seinen Dienst tun zu lassen und die Wäsche immernoch nass war, haben wir sie dann so gegen 22.30 noch draußen aufgehangen. Es waren Minus Grade und die Wäsche war heiß und hat gedampft. Sie sah aus als würde sie brennen.
3. Es gibt hier einen Lehrertag! Man bringt den Klassenlehrern und allen die man sonst noch mag, Blumen mit und der Tag ist ein bisschen anders als ein normaler Schultag. Es kann passieren, dass die Schüler unterrichten und der Lehrer in der Klasse sitzt, doch meine verrückte Klasse hat sich was andere überlegt. Wir haben aus unserm Klassenraum ein Teehaus gebaut (Tücher vor den Fenstern, Kissen auf den Boden, Musik und Räucherstäbchen) und anstelle von Unterricht mit den Lehrern Tee getrunken und Kekse gegessen.
4. Schule ist zum Spaß haben! Hier lerne ich mal eine ganz andere Art der Schule kennen: Einmal im Monat gibt es einen Mottotag für die Oberstufe (das wurde dieses Schuljahr eingeführt)und jeder -wirklich jeder!- verkleidet sich. Das erste Motto war Buisness. Lina hatte natürlich nichts zum anziehen, hat aber von einer super netten Mitschülerin Rock, Schuhe und Bluse bekommen. Jede Klasse wurde fotografiert und dann haben alle eine Urkunde bekommen, auf der später das Foto aufgeklebt wird. Die beste Klasse hat einen fetten Kuchen bekommen.


Die neue Buisness-Lina ;)

5. Generell fallen mir hier immer mehr Sachen auf, die anders sind:
Zum Beispiel hatte unsere Parallelklasse eine Freistunde und wollte ein bisschen früher nach Hause gehen. Also haben sie ihre Erdkundestunde einfach mal ein bisschen vorverlegt, indem sie sich einfach mit in unsern Unterricht gesetzt haben. Also saßen zwei Klassen in einem Raum (wir haben einfach ein paar Bänke vom Flur reingeholt)und die Lehrerin hat es ganz locker hingenommen. (Passiert wohl öfter mal sowas..)
6. Ich habe den besten Chor der Welt gesehen! Der war gar nicht mal so groß, aber unglaublich beeindruckend. Den kompletten Autritt hatte ich eine Gänsehaut!
Abgesehen davon konnte ich noch Lettlands Bildungsministerin und die Ex-Präsidentin Lettlands aus der Nähe betrachten! (Fragt nicht nach dem Wie und Warum, ich habs einfach raus, in die Nähe der Prominenz zu kommen...)
7. Am 2.Oktober waren hier Wahlen. Für viele Letten war das eine ganz schön große Sache, denn es sollte sich entscheiden in welche Richtung Lettland strebt: Nach Westen und damit weiter zur EU, oder "zurück" nach Russland.
Das Ergebnis ist noch nicht ganz klar, da momentan die Koalitionsverhandlungen laufen. Auf jeden Fall steht die "Russland-Partei" an der zweiten Stelle und die Letten haben nicht zu befürchten, dass Russisch bald wieder zur zweiten Amtssprache wird.
8. Jungen sind unglaublich höflich, aber schüchtern. Sie reden kaum ein Wort mit dir, aber warten immer brav neben der Tür des Klassenzimmers bis alle Mädchen reingegangen sind, bevor sie dann selbst den Raum betreten.
9. Meine Klasse hat für einen Wettbewerb "Zīles" gesammelt. Was das ist, seht ihr auf dem Foto...

10. Am Samstag haben meine Familie und ich einen Ausflug in einen wunderschönen Naturpark gemacht und danach ein Schloss besichtigt.

11. Morgen fängt schon wieder die nächste anstrengende Woche an. Wochenenden sind auch in Lettland zu kurz...

Ihr werdet von mir hören :) Ich hoffe es geht euch allen gut!
Eure Lina

Ps. Morgen soll es den ersten Schnee geben. Ich bin gespannt, denn vorstellen kann ich mir das ehrlich gesagt noch nicht...

Freitag, 24. September 2010

Gute Laune und das Land der Lieder!

Oh man, ich fühle mich ja so gut!
Das wollte ich euch nur einmal kurz mitteilen. Die erste Rutsche Heimweh ist wie weggepustet und seit ein paar Tagen ist echt alles super!
Zwei mal die Woche lerne ich jetzt Salsa in der Schule und ich hab es geschafft meine Angst vor dem Vorsingen zu überwinden. (Danke an Papa und Paula!)
Soo schlimm war es eigentlich auch gar nicht. Ein Mädchen aus meiner Klasse ist mit mir zum Chor gegangen und hat alles für mich geklärt. Dann musste ich für die Lehrerin so ein bisschen Jaaah-haaa-haaa-Zeug singen und sie hat mich in den 1.Sopran gesteckt. Also habe ich jetzt noch 2-3 mal pro Woche Chor. Bis jetzt war erst ein Treffen (an dem ich auch vorsingen musste), aber das war schon mal ganz cool. Dort habe ich dann mein erstes lettisches Lied gesungen.
Den Letten ist das Singen übrigens sehr wichtig. Wusstest ihr das schon?
Man sagt jeder Lette hat sein eigenes Lied und ich hab gehört, dass tatsächlich über 300.000 Lieder schriftlich festgehalten sind. Dann gibt es hier auch noch die Dainas, das sind ganz kleine Volkslieder und es gibt mehr als eine Millionen davon! Man kann es allerdings nicht genau sagen, weil jeder die kleinen Liederchen ein bisschen anders singt.
Alle fünf Jahre findet in Lettland dann noch ein großes Sängerfest statt, das "dziesmu svētki". Um einen Eindruck davon zu bekommen guckt euch mal diese (auch deutschsprachige) Internetseite an! (Dort kann man auch ein kleines Video finden, wirklich beeindruckend!) Auf jeden Fall ist das Singen hier etwas besonderes, bei Auftritten (zum Beispiel an Lettlands Geburtstag) wird dann sogar die traditionelle Tracht der Region getragen.
Ich freue mich einfach, dass ich jetzt hier bei ein paar Sachen richtig dazu gehöre!
Was gibt es sonst noch?
Ich hab Filzen gelernt. Madara hat es mir gezeigt und nach ein paar Blumen zum Üben, filze ich gerade eine kleine Tasche für meinen Fotoaperat!
Und noch eine kleine Beobachtung, die ich gemacht habe: Letten lieben ihr Handy und geben es niemals aus der Hand. Es stört zum Beispiel auch keinen, wenn im Unterricht laut ein Handy bimmelt, weil jemand eine sms bekommen hat, die dann natürlich auch direkt beantwortet wird. Und falls man einen Anruf bekommt, dann geht man halt mal kurz vor die Tür bis man alles geklärt hat.
Generell ist es auch nicht so schlimm, wenn man zu spät zum Unterricht kommt. Wenn man zu spät kommt, dann ist das halt so. Es kann natürlich sein, dass es in Wirklichkeit ganz anders ist, und ich das alles nur falsch wahrnehme, weil ich die Sprache noch nicht verstehe, aber so scheint es...
Apropo "verstehen": Wenn sich Mitschüler untereinander unterhalten, weiß ich jetzt immer öfter worum es geht. Ich verstehe zwar -natürlich- nicht jedes Wort, aber ich habe eine Vorstellung vom Thema. Das macht mir Mut!
Und vor ein paar Tagen hatte ich eine Unterhaltung mit zwei Jungen aus meinem Deutschkurs und unserer Lehrerin, über das Verhältnis der Letten zu den Russen. Das war unglaublich interessant und ich werde euch bald davon erzählen. Das ist allerdings ein so umfangreiches Thema, das es einen eigenen Eintrag braucht und für heute reicht es erstmal, denn eigentlich wollte ich ja nur sagen:
Es geht mir sehr gut!

Dienstag, 21. September 2010

Es esmu Latvijā jau vienu mēnesi!



Ja, richtig gehört! Heute vor genau einem Monat bin ich in Lettland gelandet.
Deswegen gibt es jetzt hier einen kleinen Sondereintrag.
Madara und ich haben uns zur Feier des Tages ein kleines Törtchen gekauft und viel Spaß damit gehabt.



Meine super-duper Schwester, das Törtchen und ich :)

Sonntag, 19. September 2010

Tanzen oder Yoga? Riga und Eis nach einen Treppensturz... - und erste Mathetest

Schwierig ist es, all das Erlebte in einen Blogeintrag zu quetschen und wie immer weiß ich nicht wie und wo ich anfangen soll.

Die Schule ist sehr schwierig für mich, ich verstehe noch immer wirklich gar nichts von dem, was erzählt wird und trotzdem muss ich versuchen irgendwie mitzukommen. Mein erste Mathetest ist auch schon geschrieben (10 von 22 Punkten, nicht gerade brilliant, aber auch nicht allzu schlimm, wenn man bedenkt, dass die hier viel weiter im Stoff sind und ich die Regeln, die auf lettisch erklärt werden, einfach nicht verstehe), morgen folgt der nächste. Der erste Englischtest war dafür ziemlich easy für mich :)

Viele wissen es schon, die Schwerkraft war letzte Woche mal wieder besonders stark und Lina hat es geschafft, die Treppe im Haus runterzufallen. Folgen: ein grün-blau-gelb gefärbter, angeschwollener Fuß und ein Tag keine Schule. Aber es ist schon wieder alles top.
Circa 5 Minuten nach meinem Treppensturz haben zwei Mädchen aus meiner Klasse angerufen und gefragt ob ich Lust hätte auf ein Eis. Lust hatte ich, aber leider nicht die Möglichkeit in dieser Situation. Das Eis wurde dann allerdings ein paar Tage später nachgeholt.

Als dann mit meinem lieben Fuß wieder alles in Ordnung war, konnte ich mit meiner Schwester zu ihrer Tanzgruppe gehen. Es war recht cool, allerdings für mich nicht allzu erfolgreich. Auch hier wieder ziemliche Sprach-Schwierigkeiten.
Nächste Woche probiere ich wahrscheinlich einen Yoga-Kurs aus. :D
Da stehe ich nicht so unter Druck.

Gestern war ein wirklich genialer Tag. Rīga ar draugiem no YFU :)
Ich war also mit ein paar YFU'lern in Riga unterwegs. Dort ist uns dann auch aufgefallen, dass es jetzt schon ein Monat ist, den wir hier in Latvija verbringen.
Die Zeit rennt oder "laiks skrien" wie der Lette sagt.
(Laiks ist übrigens ein Teekesselchen: Zeit und Wetter in einem. Das kann wirklich zu Verwirrung führen.)

Wir haben uns dann sogar einmal kurz wie echte Touris benommen und haben eine Kirche besichtigt. Oben auf dem Turm war es verdammt windig und wir haben uns vor Lachen kaum mehr eingekriegt, so zerzaust sahen wir aus.


Heute ist Sonntag, das heißt unser kleines "Ritual" (wenn man nach drei Wochen schon davon sprechen kann)war wieder an der Reihe: Zum Markt schlendern, frisches Obst und Gemüse kaufen, Fleisch fürs Mittagessen und immer ein paar schöne Blumen. Danach waren Biruta, Madara und ich dann noch in einem kleinen Cafe und haben Apfelstrudel gegessen und die Herbstsonne genossen. Der "Rudens" ist hier wirklich schon stark eingekehrt, färbt die Blätter bunt und sieht einfach traumhaft schön aus.
Meiner Gastmama zu folge wird es wohl in den nächsten Wochen noch schöner. Ich bin gespannt...

Sonntag, 12. September 2010

Etwas zum Lachen!

Wenn man versucht einen lettischen Text Wort für Wort ins Deutsche zu übersetzten passiert folgendes:

Nachmittags war es kalt und nass, dass weil wir beide gingen zu Onkel Klāva zu seinem Landhaus. Sie sind sehr nette Familie jetzt sie nehmen Kuh, Pferd und Tiere wachsen verschiedene Gemüse und Früchte. Sie jetzt besuchen Raimonda aus New York (Nujorkas) Freunde Ketija und Rojs. Schön verbrachten Abend und nach Hause kamen spät. Gut das in der Nacht nicht geregnet, sagte Edgars.

Die lettische Sprache ist schon verrückt... Hier werden auch Namen dekliniert und verändert. Da wird ein Friedrich Schiller aufeinmal zu einem Frīdrihs Šillers und aus Goethe wird Johans Volfgangs Gēte.
Und wer ist wohl Andželīna Džolija...?
Falls ich jetzt Jana im Dativ benutzen möchte, wird sie zu Janai, Andreas wird Andreasam. Im Genitiv wird Fabian zu Fabiana und der Akkusativ schenkt unseren Namen ein U: Linu, Christinu, Lisu...
Besonders nett finde ich auch noch die lettische Version der Namen... Jāņa ist da ja noch einfach zu erkennen, aber was ist Džim??

Fabio, es tut mir leid, aber mit deinem Namen passiert NICHTS. Keine lettische Version und dekliniert wird er auch nicht. Keine Ahnung warum :D

Bildungspolitiker, schaut euch mal Lettland an!

Ich nehme mir mal ein bisschen Zeit um etwas über die Schule zu berichten.
Die letzte Woche ist für mich eigentlich nur so dahin geplätschert und langsam befinde ich mich im richtigen Alltag des lettischen Lebens, welches viele positive Dinge für mich bringt, aber auch ein paar kleine Schwierigkeiten birgt.
Unter anderem zum Beispiel die Tatsache, dass ich in der Schule wirklich gar nichts verstehe, von dem was die Lehrer sagen. In den meisten Fächern, bin ich mir allerdings, durch das geflüsterte Englisch, meiner freundlichen Sitznachbarn, zumindest des Themas bewusst. ;-)

Schon in der ersten Schulwoche sind mir viele Unterschiede zu Deutschland aufgefallen!
Zum Beispiel habe ich bis jetzt nur Lehrerinnen gesehen! Als ich meine Schwester danach gefragt habe, musste sie kurz nachdenken, bis sie mir sagen konnte, dass einer der Sportlehrer und ein Lehrer für Programmieren, die einzigen männlichen Autoritätspersonen der Schule sind.
Ein männlicher Sportlehrer muss aber wohl auch vorhanden sein, denn der Sportunterricht ist in allen Stufen Geschlechter getrennt.
Apropos Stufen: Meine Schule lehrt alle Stufen, von der 1. bis zur 12. Klasse. Auch hat man bis zum Schluss einen Klassenverband, also keine Kurse. Dem zu Folge kann man also auch nicht so "frei" wählen, wie in Deutschland, nämlich eigentlich gar nicht. Bis zur 9. Klasse besteht die Schulpflicht, danach kann man frei entscheiden, ob man weiter zu Schule gehen möchte oder nicht. (Das hängt natürlich wie in Deutschland auch ein bisschen von den Noten ab. Die sind hier im übrigen auch anders: Freuen darf man sich über eine 10; bei einer 1 sollte man wohl noch ein bisschen üben.)
Wenn man dann in die 10.Klasse kommt, kann man sich für die Matheklasse entscheiden, oder für den "normalen" Weg. Wer in der Matheklasse ist, kann man an den Buchstaben ablesen. So ist eine 10a immer die Matheklasse, die 10b vielleicht auch noch, die 10c ist dann meistens eine "normale" Klasse und in den Augen der "Matheschüler" dann wohl etwas schlechter (wenn ich die Kommentare meiner Mitschüler richtig deute).
Ich bin hier auch in der Matheklasse (alle Leute die über meine wunderbaren Kenntnisse in Mathe wissen, werden sich jetzt wahrscheinlich krümmelig lachen), dass beudeutet für mich 6 Stunden Matemātika (Mathe), 3 Stunden Fizika (Physik) und 2 Stunden Ķīmija (Chemie) in der Woche. Wirklich hart. In Mathe versuch ich so gut es geht mitzuarbeiten, was schwierig ist, weil die schon viel weiter im Stoff sind und es dazu (wie es scheint) alle voll raus haben, aber in Chemie und Physik versuche ich mir jetzt einfach ein paar Sprachkenntnisse anzueigenen, in dem ich Vokabeln lerne, oder ähnliches mache.
Zu erwähnen sind noch die Stunden, in denen Vēsture, also Geschichte, auf dem Plan steht. Der Unterricht besteht nämlich daraus, dass die Lehrerin redet und alle SchülerInnen Wort für Wort mitschreiben was sie sagt (meistens so 2-3 Seiten pro Stunde). Das einzige was ich bis jetzt verstanden habe ist, dass es irgendwie etwas mit den Wikingern zu tun hat. Den Berichten meiner Klassenkameraden zu folge, muss man das geschriebene der Stunde dann lernen und im Test genauso wiedergeben können.
Generell ist meine Klasse im Unterricht sehr ruhig und hört zu, es scheint, als werden niemals Fragen gestellt, und es wird nicht aufgezeigt, sondern die Antwort (falls die Lehrerin mal eine Frage stellt) in die Klasse gerufen.
Ein weiterer Unterschied: Jeder Lehrer hat nur ein Fach, welches er unterrichtet und das immer im gleichen Raum. Neben den Türen eines jeden Raumes, hängen kleine Bilderrahmen mit dem Vor- und Nachnamen der Lehrkraft und dem Namen des jeweiligen Faches. Die Lehrer werden allerdings nicht mit Namen angesprochen sondern mit "skolotāj", was wohl so viel wie "Lehrer" bedeutet.
Die Ausstattung der Schule ist im übrigen auch viel besser! Ich habe ja schon kurz von dem Prinzip der E-Klasse erzählt (ich habe jetzt auch mein eigenes Konto :)) und dass in jedem Raum ein Computer steht, aber das ist nicht alles! Überall hängt ein Beamer an der Decke, der mit dem Computer der Klasse verbunden ist und die Tafelbilder in Form von Power-Point-Präsentationen an die Wand zaubert. - Tschüss ihr gammeligen Tageslichtprojektoren! Übrigens, was ja auch noch viel wichtiger ist, kann wirklich jeder der Lehrer (,die ich bis jetzt kennengelernt habe) mit diesen Dingen umgehen!
Generell scheint es, als gingen die Schüler viel freundlicher mit ihrer Schule um, allerdings kommt einem die Schule dabei auch entgegen. Die Schule ist nirgends verdreckt, kein Müll, keine Schmierereien und saubere Toiletten. Dafür gibt es in allen Fluren Bänke, man kann in den Pausen bleiben wo man will und hat die Möglichkeit, für recht wenig Geld etwas leckeres, warmes essen zu können.
Forši (cool), oder?

Samstag, 4. September 2010

1.Septemer, Sporttag und der erster richtige Schultag.... Regen und Gummistiefel... Eichhörnchen!

Čau!

Wie schon angekündigt ist der 1. September hier in Lettland etwas ganz besonderes. Es ist jedes Jahr der erste Schultag und wird wohl an jeder Schule ein bisschen anders - aber besonders "gefeiert". (Da kommt einem doch gleich mal die Frage in den Sinn, warum man den ersten Schultag nach drei Wochen Sommerferien feiert, nicht wahr?)
Auf jeden Fall zieht sich jeder chic an und bringt seinem Klassenlehrer Blumen mit. Nachdem ich also -ohne Schwierigkeiten und durch Madaras Hilfe- meinen Klassenraum gefunden hatte, und meiner Lehrerin die Blumen gegeben habe, wurde ich sehr überrascht durch die freundliche Umarmung und ein Wangenküsschen.
Wir warteten darauf, dass langsam alle eintrudelten und ihre Blume abgegeben hatten und dann ging es nach draußen, wo sich die ganze Schule versammelte. Es wurden ein paar Reden gehalten, von denen ich natürlich nichts verstanden habe, die Nationalhymne gesungen und die 1. Klässler an den Händen der 12. Klässler (das ist die Abschlussklasse) "in unsere Mitte" geführt. Das war irgendwie alles sehr knuffig.
Es wurde noch aus einem der oberen Fenster der Schule ein Foto von uns gemacht und dann ging es zurück zum Klassenraum.
Ich musste mich natürlich wie auch die andern beiden neuen Schülerinnen vorstellen und dann war dieser Schultag eigentlich schon fast vorbei.

Der zweite Tag in der Schule war dann der Sporttag, an dem ich aber keinen Sport machen musste, weil die 11. Klässler für die Beaufsichtigung zuständig sind. Ich hätte aber wirklich lieber ein bisschen Sport gemacht, als 3 Stunden in unglaublicher Kälte draußen auf dem Sportplatz zu stehen und erzielte Punkte der Schüler zu zählen.
Danach gings aber noch mit drei Mädchen aus meiner Klasse und unserer Klassenlehrerin in ein Café, um ein bisschen zu plaudern und das war echt nett!

Freitag war dann auch endlich (?) mal Unterricht. In der 1. Stunde Ökonomie ist direkt mal was lustiges passiert. Die Lehrerin wusste nämlich offenbar nicht, dass ich eine Austauschschülerin bin und sie nicht verstehe, denn sie hat mich während sie redete die ganze Zeit angeguckt (weil ich am nächsten bei ihr saß, schätze ich mal) und ich hab einfach zurück geguckt und genickt und musste mir das Lachen total verkneifen, als ich in die Gesichter meiner Mitschüler geguckt habe. Der Gesichtsausdruck der Lehrerin war köstlich anzusehen, als ihr dann gesagt wurde, dass ich aus Deutschland bin.
Der restliche Tag verlief weiter mit einigen Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten und deshalb habe ich auch die Englischstunde sehr genossen, in der ich dann auch mal wirklich was verstanden habe.

Was noch wirklich interessant zu erwähnen ist, ist dass es hier in der Schule eine Garderobe gibt, wo wirklich jeder Schüler morgens seine Jacke abgibt. (Mit ist allerdings erst im Laufe des Tages aufgefallen, dass alle Schüler ohne Jacke rumlaufen.. "War denen nicht kalt auf dem Weg zu Schule? Immerhin sind hier morgens nur so an die 10 Grad.").
Dieses Garderobensystem ist echt cool. Da stehen dann ein oder zwei nette Damen und du gibst deine Jacke ab, indem du deine Klasse und deine Nummer sagst (die Klasse ist nach Alphabet einmal durchnummeriert). Ich wusste natürlich meine Nummer nicht, hatte aber Hilfe von einer Mitschülerin, sodass dann in einer Liste nachgeguckt wurde, in der auch wirklich mein Name stand mit dem Vermerk "Vācija" dahinter. Sehr kuffig, jetzt weiß auch schon die Garderobenfrau, dass ich die Deutsche bin.

Heute war ich mit meiner Gastmama und Madara in einem Shoppingcenter in Rīga und habe mir Gummistiefel gekauft. Die sind hier wirklich nötig, denn als ich am Freitag in meinen Chucks zu Schule gelaufen bin, hatte ich ziemliche Schwierigkeiten. :D Hier sind nämlich viele Straßen nicht Asphaltirrt und dazu kommen noch die aktuellen Rohrarbeiten. Die Straßen sind durch den Regen total aufgeweicht, aber es ist nicht die Art Matsch, die ich aus Deutschland kenne, der einfach nur ein bisschen rutschig ist - Nein, du sackst so ca 3 cm tief in den Schlamm ein.
Also: Gummistiefel!
In diesem Center haben wir auch noch etwas gegessen und als wir gehen und der Kellner uns "Uz redzēšanos" also "Auf Wiedersehen" sagt, habe ich es nicht richtig verstanden, aber mir war die Bedeutung klar. Ich wollte etwas ähnliches erwiedern, mir fällt nichts gutes ein und sage das umgangssprachliche Čau, was irgendwie gar nicht angebracht war. Lustig war es aber auf jeden Fall!

Noch eine weitere Sache, die mich wirklich fröhlich stimmt. Ich konnte Madara ein wenig fürs Spazierengehen begeistern. Wir waren die letzten Tage immer an den Spätnachmittagen ein bisschen draußen und gestern sind wir sogar im strömenden Regen durch Schlamm und Pfützen geplantscht.

Ach und nochwas: Versuch mal einem Letten das Wort "Eichhörnchen" beizubringen. Da hast du wirklich unglaublich viel Spaß! Wenn sie versuchen das Wort auszusprechen klingt es irgendwie asiatisch. An die andern Weltenbummler: Probiert das mal aus ;)
Eichhörnchen heißt übrigens Vāvere!

Dienstag, 31. August 2010

Schule, Bügeln, Lernen, Essen

Čau!

Wie schon angekündigt war ich gestern in der Schule und hatte ein Treffen mit meiner neuen Klassenlehrerin. Sie ist jung, hübsch, spricht perfektes Deutsch und ist unglaublich nett. Sie hat mir ein paar Fragen beantwortet und die Schule gezeigt.
Die Schule ist viel moderner und freundlicher als unsere Schule in Deutschland. Hier wird nämlich jedes Jahr alles einmal renoviert, damit es immer neu und frisch aussieht. Es gibt das System der E-Schule, was bedeutet, dass in jedem Klassenzimmer ein Computer steht und es ein elektronisches Klassenbuch gibt, man seinen Stundenplan im Internet abrufen kann und jeder Schüler ein eigenes Passwort geschütztes Konto hat, indem Noten und Fehlstunden abgerufen werden können.
Klingt ja in der Theorie wirklich super, ich bin dann gespannt, wie es in der Praxis aussieht.
Ein Gespräch mit allen Lehrern hat doch nicht stattgefunden, dafür aber mit der stellvertretenen Schulleiterin, die sehr nett und bemüht war. So habe ich jetzt statt (des angeblich schweren) Programmier-Unterrichts eine Stunde pro Woche Lettisch in der 5. Klasse und eine Stunde zum Lettisch lernen mit einem Lehrer nur für mich :D
Ich lerne auch so schon ein bisschen(gestern die Zahlen von eins bis hundert), aber es mangelt eindeutig an den Verben. Ich hoffe das wird bald besser.

Einigen habe ich schon mit einem Lachen auf dem Gesicht erzählt, dass meine Schwester gerne bügelt... Jetzt ist es tatsächlich schon dazu gekommen, dass ich ein paar meiner T-shirts gebügelt habe.

Und noch eine Sache, die ich über das Essen berichten muss!
Hier gibt es eine Marke die Kārums heißt und Produkte mit Frischkäse herstellt... Das ist ja sooo lecker. Es gibt kleine Frischkäse-Snacks mit Schokolade drum, in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie z.B. Nuss, Vanille, Schoki ... Genial!

So, morgen ist der 1. September, ich bin wirklich gespannt, denn dieser Tag ist etwas ganz besonderes hier in Lettland.

Sonntag, 29. August 2010

Ein Orientation Camp und ein Ausflug ans Meer!


Es hat sich schon wieder unglaublich viel ereignet! Ich versuche euch ein bisschen was davon zu erzählen:
Von Montag bis Freitag hatte ich eine YFU Orientation Week in Sigulda (eine Stunde Busfahrt von Riga entfernt). Das war wirklich toll, denn ich habe meine ersten sozialen Kontakte geknüpft, wenn auch "nur" mit andern Austauschschülern. Die neun aus Deutschland kannte ich ja schon, dann ein Mädchen aus Australien, die schon seit Januar hier ist, zwei Mädchen aus Taiwan und ein Mädchen aus Belgien! Wir haben ein bisschen die Sprache und Sachen über Lettland gelernt, ganz viel leckere Sachen gegessen (die Letten haben viele tolle Nachtische) und einfach Spaß gehabt.
Meine Schwester Madara hat mich am Freitag wieder in Riga abholt und wir sind mit dem Zug zurück nach Hause gefahren. Die Züge sind irgendwie größer und breiter und es wird Eis verkauft :D

Am Samstag sind wir dann früh aufgestanden und mit dem Auto losgedüst: Richtung Ventspils. Unterwegs haben wir an verschiedenen Orten gehalten und ich habe ein paar Wasserfälle gesehen. Unteranderem auch den breitesten Wasserfall Europas! Hoch ist der überhaupt nicht, aber halt total breit!
In Ventspils waren wir dann in einem Schloss und am Meer. Danach sind wir an der Küste weiter gefahren und haben die Nacht in einem kleinen Holzhaus auf einem Campingplatz verbracht. Das war unglaublich schön dort, denn wir könnten den Sonnenuntergang am Meer ansehen. Der Strand war ziemlich schmal, und es ging steil hoch, nicht direkt Felsen, eher Erde.
Heute morgen sind wir dann weiter nach Liepāja gefahren, dort war dann ein breiterer Strand, der auch total schön war.

Wir sind noch ein bisschen durch dir Stadt gelaufen, haben was leckeres gegessen und dann ging es zurück nach Hause.
Auf der Rückfahrt haben wir fast die ganze Zeit Gogol Bordello gehört, was wirklich lustig war. Gestern Abend haben Arnis (mein Gastpapa) und ich uns nämlich über Musik unterhalten und er mag genauso wie ich die Beatles und Gogol Bordello und vieles mehr. Vertraute Musik zu hören tat wirklich gut!

Jetzt gucken Madara und ich gerade Fernsehen. Hier ist eine Sendung, die ein bisschen wie Deutschland sucht den Superstar ist, nur dass immer die ganze Familie zusammen auftritt. Und da Lettland so klein ist, kennt Madara sogar zwei Familien ;D

Morgen früh habe ich dann ein Treffen mit meiner neuen Klassenlehrerin und den andern Lehrern der Schule! Ich bin gespannt...

Sonntag, 22. August 2010

Ich bin gut angekommen!

Hallo ihr lieben Menschen, dir ihr darauf wartet etwas von mir zu hören!
Ich bin gut angekommen hier in Lettland, nach einem traurigen und tränenreichen Abschied in Düsseldorf und ein paar Problemen mit meinem Flugticket und tollen Überraschungen in meinem Handgepäck.
In Lettland waren wir dann die letzten Passagiere, die ins "freie" traten, weil eine Mitreisende ihr Gepäck verloren hat. Als wir dann endlich draußen waren standen meine Eltern und meine Schwester auch schon vor mir und haben mich stürmisch in die Arme genommen. Sie haben sich mein Gepäck geschnappt und mich zu einem (knall-)blauen Auto gebracht und mich ganz viel gefragt, auf Englisch, was sie wirklich gut können. Ich war so glücklich und zufrieden, dass ich die ganze Zeit lächeln musste.
Wir sind zu Lido gefahren und haben dort etwas gegessen. Lido kann man mit nichts vergleichen, was ich aus Deutschland kenne... Es ist groß und voll und eigentlich ein großes Haus nur mit Essen. Es gibt ein außen Gelände mit Spielplätzen und einem Open Air Platz zum Eislaufen. Ein bisschen wie ein Freizeitpark mit dem Schwerpunkt auf Essen. Danach sind wir nach Hause gefahren und mir wurde das Haus und der Garten gezeigt. Ich schlafen in der oberen Etage, die eigentlich nur aus zwei Räumen besteht. Das riesige Zimmer meiner Schwester und ein kleines Zimmer durch das man durch geht um in ihres zu gelangen. Ich schlafe in dem keinen und es ist wirklich gemütlich, die erste Nacht habe ich super rumgekriegt. Wenn Madara und ich uns oben aufhalten, sitzen wir aber meistens zusammen in ihrem großen Zimmer.
Nachdem ich meine Gastgeschenke verteilt habe und viele "Paldies" (Danke) bekommen und meinen Koffer ausgepackt habe, sind wir einkaufen gefahren und haben eine kleine Tour durch die Stadt gemacht. So habe ich schon meine Schule gesehen und die Einkaufsstraße kennengelernt.
Ogre liegt an zwei Flüssen und ist sehr grün. Es ist einfach wirklich schön!
Wie schon gesagt, habe ich gut geschlafen, was vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich von meinem Ipod eine wunderbare "Gute Nacht Geschichte" gehört habe, die einfach nur unglaublich genial ist. (Danke dafür!)
Heute morgen haben wir dann im Garten gefrühstückt und sind nach Riga gefahren. Das Wochenende über ist ein großes Stadtfest hier und wir sind ein bisschen über die Märkte geschlendert und haben und viele Sachen angesehen.
Jana? Eine Kirche hat hier deinen Namen! Und es gibt ein Brot mit dem Namen Jana und eins, das Lina genannt wird :D
Wir haben bei Cili Pizza gegessen, das ist eigentlich so wie Pizza Hut und ein Eis, das in dem Geschäft frisch hergestellt wurde und einfach besser geschmeckt hat, als jedes Eis, das ich je gegessen habe.
Später sind wir noch einkaufen gewesen und ich habe jetzt eine Handynummer und einen Regenschirm. Den brauche ich nämlich leider auch. Seit Juni war hier traumhaftes Wetter, aber seit gestern ist es nicht mehr so warm, dafür aber nass. Das war ja irgendwie klar... :D Außerdem gibt es hier einen Supermarkt, in dem man deutsche Produkte kaufen kann und ich sollte sie beraten. Also haben wir jetzt Bauer-Joghurt für das Frühstück morgen.
Gerade sind Madara und ich in unsern Zimmern rumgelaufen und haben Post-Its mit lettischen und deutschen Wörtern an entsprechende Gegenstände geklebt.
Und nun sind wir -oh wunder- im Internet. Ich hab jetzt schon eine lettische Mailadresse und bin in einer Art Schülervz angemeldet, aber leider musste ich feststellen, dass ich meine Nachrichten, aus Deutschland, weder bei Yahoo noch bei SchülerVz lesen kann... Dafür muss ich Madaras Computer benutzen. Aber das ist ja auch nicht schlimm.
Morgen startet meine orientation week, die geht bis Freitag, also muss ich jetzt schon wieder meinen Koffer packen.

Vielen Dank noch mal an all die tollen Menschen, die mir einen so schönen Abschied und Flug bereitet haben und die mich immer wieder auf positive Weise überraschen.

Montag, 2. August 2010

Es dauert nicht mehr lange...

Hallo ihr lieben Leute!
Mensch, mensch... es dauert nicht mehr lange. Und gerade geht wirklich alles hopplahopp.
Emi, Lea, Lisa, Fabio, Timo und ich haben unseren Abschied gefeiert und es hieß vielen tollen Menschen für 11 Monate lebewohl zu sagen, was wirklich nicht einfach war und nicht ohne ein paar Tränchen geklappt hat.
Dann war ich noch mit meinem lieben Papi ein paar Tage in Berlin und gerade bin ich von meiner Oma aus dem Schwarzwald wiedergekommen. In den Schwarzwald bin ich zusammen mit meiner Freundin Lulli gefahren, die aber noch ein paar Tage dortgeblieben ist, um ihre Tante zu besuchen.

Jetzt bin ich auf jeden Fall wieder hier in Dortmund und muss nun noch ganz viele Dinge erledigen... Viele Leutchen gibt es, die ich gern noch einmal sehen würde, so dass ich schon Angst habe, ich schaffe das nicht mehr in den wenigen 19 Tagen, die noch bleiben.
Und dann muss ich mich noch um Gastgeschenke kümnmern und viele Fragen beantworten, die gerade in meinem Kopf spuken.
"Was ist wichtig genug, dass es ein Teil des 20kg-Gepäck-Limits beanspruchen kann?
Was sollte lieber zu Hause bleiben?
Worauf kann ich auf keinen Fall verzichten?", sind nur einige der vielen Fragen.

Immerhin habe ich schon mal eine Sorge weniger, da ich mich gegen das Entfernen der Weisheitszähne entschieden habe.
Jetzt freue ich mich schon ganz doll auf morgen, denn ich treffe mich wahrscheinlich mit drei ganz wunderbaren Menschen: Jana, Sammy und Timo!

Gute Nacht bzw "Ar labu nakti"!

Donnerstag, 15. Juli 2010

Der erste Eintrag...

Das hier ist also nun der erste Eintrag in meinem neuen Blog, der mich nun 11 Monate lang begleiten wird. Das ist schon ein bisschen aufregend.
Ich hoffe ich kann es für alle, die mein Austauschjahr verfolgen möchten, spannend machen ;-)

Ich glaube es ist viel zu kompliziert in aller Ausführlichkeit ganz von vorne anzufangen,ich halte mich also kurz:
Zuerst war da der Wunsch ein Jahr im Ausland zu verbringen und etwas völlig neues kennenzulernen.
Dann hieß es Mama und Papa in diese Gedanken einzuweihen und eine gute Organisation finden. Es folgte eine Bewerbung, ein Bewerbungsgespräch, das Hoffen auf einen Programmplatz und die darauf folgende Freude, ganz viele Formulare ausfüllen und zum Arzt rennen, einen Gastfamilienbrief schreiben und endlich die lang ersehnte VBT -Vorbereitungstagung- zu erleben.

Und nun habe ich nach einigen Schwierigkeiten auch endlich meine Gastfamilie, worüber ich wirklich sehr glücklich bin!
Ich habe eine 14-jährige Gastschwester und einen Hund. Leben werde ich in einer kleinen Stadt mit ca. 26.000 Einwohnern und dem lustigen Namen Ogre. (Am besten man lässt außer Acht, dass Ogre das französische und englische Wort für Oger ist..)
Diese wunderbare Stadt, ein ehemaliger Kurort liegt auch nur 41 km von der Hauptstadt Riga entfernt.

Ja und nun schreibe ich fleißig Emails mit meiner Gastschwester, genieße die letzten Tage in Deutschland und beginne mich langsam zu verabschieden.
Morgen ist dann auch eine große Feier, auf der ich viele Leute wahrscheinlich für ein Jahr das letzte Mal in den Arm nehme.
Und trotz des Abschiedes gucke ich voller Erwartungen nach vorne!