Draußen liegt Schnee, meine Gedanken kreisen um nichts anderes mehr. Und obwohl wir den in Deutschland ja auch –manchmal- haben, freue ich mich darüber wie ein kleines Kind. Der Schnee hellt nicht nur die dunklen Stunden auf (ja es ist wirklich so, vielleicht gibt es hier deswegen nicht so viele Straßenlaternen, denn der Schnee leuchtet so weiß und hell, dass man viel mehr sieht), sondern auch meine Stimmung. Aber ich bin da nicht die einzige, meine Mädels hier freuen sich genauso über den Schnee wie ich, und das obwohl sie den ja jeden Winter mehrere Monate lang haben.
Ich freue mich total auf Weihnachten und bald mit meinen Freunden Kekse zu backen. Das Pfefferkuchenhaus (piparkūka māja) steht schon auf der Liste mit den obligatorischen Dingen. Da fällt es auch gar nicht so sehr aus, dass es schon recht kalt ist. Nicht für lettische Verhältnisse, aber für meine deutschen Gefühle sind -7° C tagsüber ja eigentlich nicht mehr so muckelig. Doch ich merke noch komme ich gut mit der Kälte klar. Warten wir mal auf die angekündigten -30°C … :D
Die gesamte letzte Woche war irgendwie total super. Okay, ehrlich gesagt kann man es nicht ganz eine Woche nennen, es ist ein bisschen mehr, aber nun gut:
Am 18. November war ja –wie schon angekündigt- Lettlands Geburtstag! Meine Gastfamilie und ich sind nach Riga gefahren, denn an diesem Tag sind nicht nur alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Rigas umsonst, sondern auch diverse kulturelle Veranstaltungen. Ich habe ein Konzert mit einem kompletten Orchester der Musikschule Riga (eine richtige weiterführende Schule, au f der aber neben Mathe und Geschichte usw. hauptsächlich Musik, Komponieren und alles was dazu gehört unterrichtet wird), also alle Musiker in ungefähr meinem Alter und einem sehr guten und sehr berühmten, professionellem Chor „Ave Sol“ und einigen Solisten gehört. Dann noch ein Kokle-Konzert (ein traditionelles lettisches Musikinstrument) und zum Schluss „Starioriga“ eine Aktion bei der Riga für drei Tage illuminiert wurde.
Am nächsten Tag -Freitag- war ich dann wieder in Riga, um mich mit den andern Austauschschülern zu treffen. Das war weniger produktiv, aber dafür schrecklich gemütlich, denn wir haben es uns die ganze Zeit im Teehaus gut gehen lassen. Dort kann man nämlich eingemummelt in Kissen und Decken halb sitzend, halb liegend -ganz wie man möchte- nach draußen schauend seine Zeit verbringen, seinen Tee trinken und die mitgebrachten Kekse knuspern. Die Nacht bin ich dann noch bei Marvin (einem Austauschschüler aus Deutschland) geblieben, der in einem Randgebiet von Riga (genauer: Marupe) wohnt. Am nächsten Morgen haben wir und dann noch mal ins Teehaus begeben um die Zeit bis zum Mittag zu überbrücken, denn dann haben wir uns mit meiner Gastfamilie getroffen um in ein „Tanz-Konzert“ zu gehen. Ungefähr 900 Tänzer im (geschätzten) Alter von 5-55 Jahren haben dort zu unglaublich guter live Musik getanzt. Das Ganze war auch noch in eine Geschichte eingestrickt, die wir nicht ganz verstehen konnten, aber das hat dem Gesamtgefühl nicht geschadet. Sontag war dann einfach ein bisschen haļava, das ist das russische Wort für nichts tun, chillen, entspannen, nicht anstrengen….
Diese Woche konnte ich mich weder zu Salsa, noch zum Chor aufraffen, aber dafür habe ich nach der Schule die Zeit mit Mädchen aus meiner Klasse oder vom Chor mit Filmen anschauen, quatschen und Café Besuchen verbracht. Und morgen am Wochenende fahre ich dann mal wieder nach Riga.
Mensch, dass ist so toll, und freut mich so für dich, dass alles so gut klappt und du dich auf Weihnachten freuen kannst!
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