Freitag, 26. November 2010

Sniegs und Schnee und Sniegs und Schnee

Draußen liegt Schnee, meine Gedanken kreisen um nichts anderes mehr. Und obwohl wir den in Deutschland ja auch –manchmal- haben, freue ich mich darüber wie ein kleines Kind. Der Schnee hellt nicht nur die dunklen Stunden auf (ja es ist wirklich so, vielleicht gibt es hier deswegen nicht so viele Straßenlaternen, denn der Schnee leuchtet so weiß und hell, dass man viel mehr sieht), sondern auch meine Stimmung. Aber ich bin da nicht die einzige, meine Mädels hier freuen sich genauso über den Schnee wie ich, und das obwohl sie den ja jeden Winter mehrere Monate lang haben.
Ich freue mich total auf Weihnachten und bald mit meinen Freunden Kekse zu backen. Das Pfefferkuchenhaus (piparkūka māja) steht schon auf der Liste mit den obligatorischen Dingen. Da fällt es auch gar nicht so sehr aus, dass es schon recht kalt ist. Nicht für lettische Verhältnisse, aber für meine deutschen Gefühle sind -7° C tagsüber ja eigentlich nicht mehr so muckelig. Doch ich merke noch komme ich gut mit der Kälte klar. Warten wir mal auf die angekündigten -30°C … :D

Die gesamte letzte Woche war irgendwie total super. Okay, ehrlich gesagt kann man es nicht ganz eine Woche nennen, es ist ein bisschen mehr, aber nun gut:
Am 18. November war ja –wie schon angekündigt- Lettlands Geburtstag! Meine Gastfamilie und ich sind nach Riga gefahren, denn an diesem Tag sind nicht nur alle öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Rigas umsonst, sondern auch diverse kulturelle Veranstaltungen. Ich habe ein Konzert mit einem kompletten Orchester der Musikschule Riga (eine richtige weiterführende Schule, au f der aber neben Mathe und Geschichte usw. hauptsächlich Musik, Komponieren und alles was dazu gehört unterrichtet wird), also alle Musiker in ungefähr meinem Alter und einem sehr guten und sehr berühmten, professionellem Chor „Ave Sol“ und einigen Solisten gehört. Dann noch ein Kokle-Konzert (ein traditionelles lettisches Musikinstrument) und zum Schluss „Starioriga“ eine Aktion bei der Riga für drei Tage illuminiert wurde.
Am nächsten Tag -Freitag- war ich dann wieder in Riga, um mich mit den andern Austauschschülern zu treffen. Das war weniger produktiv, aber dafür schrecklich gemütlich, denn wir haben es uns die ganze Zeit im Teehaus gut gehen lassen. Dort kann man nämlich eingemummelt in Kissen und Decken halb sitzend, halb liegend -ganz wie man möchte- nach draußen schauend seine Zeit verbringen, seinen Tee trinken und die mitgebrachten Kekse knuspern. Die Nacht bin ich dann noch bei Marvin (einem Austauschschüler aus Deutschland) geblieben, der in einem Randgebiet von Riga (genauer: Marupe) wohnt. Am nächsten Morgen haben wir und dann noch mal ins Teehaus begeben um die Zeit bis zum Mittag zu überbrücken, denn dann haben wir uns mit meiner Gastfamilie getroffen um in ein „Tanz-Konzert“ zu gehen. Ungefähr 900 Tänzer im (geschätzten) Alter von 5-55 Jahren haben dort zu unglaublich guter live Musik getanzt. Das Ganze war auch noch in eine Geschichte eingestrickt, die wir nicht ganz verstehen konnten, aber das hat dem Gesamtgefühl nicht geschadet. Sontag war dann einfach ein bisschen haļava, das ist das russische Wort für nichts tun, chillen, entspannen, nicht anstrengen….
Diese Woche konnte ich mich weder zu Salsa, noch zum Chor aufraffen, aber dafür habe ich nach der Schule die Zeit mit Mädchen aus meiner Klasse oder vom Chor mit Filmen anschauen, quatschen und Café Besuchen verbracht. Und morgen am Wochenende fahre ich dann mal wieder nach Riga.

Samstag, 13. November 2010

9. November 2010
Oh, ich fühle mich gerade super gut!
Ich weiß nicht genau wie es passiert ist, aber seit Samstag Abend spreche ich Lettisch :D
Also natürlich nicht perfekt, Grammatisch völlig falsch, mir fehlen viele Worte und ich bin sehr langsam, aber ich REDE! Und das macht mich ziemlich stolz!
Am Samstag hatten wir unser YFU-Herbsttreffen, mit Gastfamilien, Austauschschülern und Kontaktpersonen. (Jeder Schüler hat zwei Kontaktpersonen, die man bei Problemen jeder Art ansprechen kann) Meine 1. Kontaktperson (Ilva) kannte ich auch schon vorher, aber dort habe ich dann auch endlich meine 2. (Angnija) kennengelernt (die 2. ist immer gerade erst aus seinem Austauschjahr zurück gekommen. Meine war passenderweise in Deutschland…), die genauso wie Ilva super nett erscheint!
Nun ja, dort haben wir über alles Mögliche gequatscht und auch ein paar Sätze auf Lettisch gesagt (sonst ist Englisch einfach DIE Sprache), danach habe ich mich wohl so bestärkt gefühlt, dass ich das einfach nicht mehr aufgehört habe Lettisch zu reden.
Es runāju latviski visu laiku!

Am letzten Freitag habe ich –weil die Deutschlehrerin verhindert war- drei Deutschstunden unterrichtet, was total Spaß gemacht hat. In der 7. Klasse war es eher schwierig, weil die kleinen Mädchen ziemlich eingeschüchtert waren, mit der 12. war es einfach nur unglaublich lustig, weil sie einfach kaum etwas sagen konnten, bzw. –meine Theorie- zu faul waren. Und mit der 10. Klasse war es richtig gut, die hatten es irgendwie ziemlich raus. Und für die „Mühe“ habe ich von meiner Lehrerin eine super Tafel Laima-Vollmilch-Nuss-Schokolade bekommen. Was das ganze eeetwas in lächerliche gezogen hat, war die Tatsache, dass am Freitag wieder Motto-Tag war, diesmal „Schlafanzug“. Meine Klasse hat den Vogel abgeschossen mit der Idee, nicht nur im Schlafanzug aufzukreuzen, sondern auch noch mit Schlafsack und Lockenwicklern (nur die Mädchen!). Also hat mein Deutschunterricht im Schlafanzug stattgefunden. Das hat sich aber gelohnt, denn meine Klasse hat den kleinen Wettbewerb gewonnen und wir haben einen fetten Kuchen geschenkt bekommen!



Auf dem Klassenfoto bin ich nicht, weil ich da gerade Deutsch unterrichte, aber hier noch ein Bildchen von mir:




13. November 2010
Heute ist Samstag, aber davon merkt man in Lettland nichts, denn jeder muss der normalen Arbeit nachgehen. Erwachsene ins Büro, Schüler in die Schule…
Das liegt daran, dass am 18. November (also nächsten Donnerstag) „Latvijas Republikas proklamēšanas diena“ ist. Also Lettlands (92.) Geburtstag. Das ist natürlich ein Feiertag und damit der Freitag danach auch frei ist und alle Letten ein langes Wochenende haben, muss der Freitag vorgearbeitet werden.
Generell bin ich schon sehr gespannt auf den 18., denn überall in der Stadt (in der Fußgängerzone und an allen Privaten Häusern) ist schon die lettische Flagge gehisst und für die Letten ist es ein sehr wichtiger Tag.
Mein Chor hat auch einen Auftritt (allerdings schon am Mittwoch, weil Donnerstag ja keine Schule ist) bei dem unglaublich patriotische Lieder gesungen werden.
Von diesem Tag gibt es dann sicherlich noch einiges zu berichten...