Donnerstag, 20. Januar 2011

Barikādēm 20! - Die Erinnerung an die Barrikaden 1991



Heute ist ein wichtiger Tag in Lettland. Es gibt also mal einen super aktuellen Blogeintrag. Denn in dieser Woche vor 20 Jahren, also vom 13. - 20. Januar 1991 haben sich circa eine halbe Millionen Menschen in Riga verschanzt um sich gegen die Unterdrückung der Sowjetunion zu wehren. Am 20. Januar kam es zum eigentlichen Gefecht und zum Anfang des Endes der Sowjetunion.
Zum Gedenken an diese Zeit hat die Oberstufe sich heute in der Schule im Saal getroffen. Nachdem wir einen kurzen Film gesehen haben (der wirklich schockierend ist und den auch ihr verstehen könnt ohne lettisch oder russisch zu können! leider ist er nur bis Ende Januar auf der Internetseite, also zögert nicht!) hatten wir noch einen Herrn da, der selber bei den Barrikaden dabei war und eine Menge darüber erzählt hat. (Von dem ich leider nicht so viel verstanden habe, wie ich gerne verstanden hätte..)

Damit ihr alle noch einen tieferen Einblick in das ganze Thema bekommt werde ich aus einem 2006 erschienen Artikel zitieren, den ich beim "Netzwerk für osteuropäische Berichterstattung" gefunden habe:

Als am 20. Januar Spezialeinheiten des sowjetischen Innenministeriums Riga angreifen, ist dies der Höhepunkt eines bereits monatelang dauernden Freiheitskampfes der kleinen Baltenrepublik. Am 4. Mai 1990 hatte sie sich für unabhängig erklärt, seither terrorisiert die sowjetische Spezialeinheit OMON die lettische Bevölkerung.

Sonntagnacht fallen die ersten Schüsse. [...] Leuchtspurmunition fliegt durch die Luft, Maschinengewehre rattern.

Tagelang schaffen eine halbe Million Entschlossene Baumstämme, Traktoren und Lastwagen herbei und verbarrikadieren die Altstadt. In den engen Gassen ziehen sie in Windeseile Mauern hoch und türmen Holz- und Metallteile auf.

Der Dom ist zum Lazarett umfunktioniert [...].Draußen auf dem Domplatz brennen Lagerfeuer [...], Frauen verteilen heißen Tee aus Thermoskannen, schmieren Brote und kochen Suppe. „Jeder hat gegeben was er hatte. Niemand dachte ans Geld."

Der Untergang der Sowjetunion wird in Riga besiegelt. Zwar sind die lettischen Milizen hoffnungslos unterlegen, aber nach vier Stunden Kampf ziehen sich die sowjetischen Militärs plötzlich zurück. „Warum genau, wissen wir bis heute nicht“, sagt Miliz Zalais, „wahrscheinlich wusste Gorbatschow, dass es sonst zu einem riesigen Massaker gekommen wäre“.


Falls ihr interessiert seid, dann könnt ihr jetzt natürlich auch den ganzen Artikel lesen.

Für nochmehr Eindrücke, schaut euch die Videos auf Youtube an. Sie laufen heute eigentlich auch schon den ganzen Tag im Fernsehen, verbunden mit Übertragungen von Gedenkveranstaltungen in Riga.

Es ist so eine schreckliche Vergangenheit die dieses Land hat, sie können wirklich Stolz sein, die Letten, dass sie es gemeistert haben. Was mir persönlich noch eine Gänsehaut bereitet ist die Tatsche, dass es ja noch gar nicht sooo lange her ist...

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen für die Geschichte Lettlands interessieren!
Bei nächsten Mal gibt es dann sicherlich wieder ein paar schönere Geschichten. Ich muss euch zum Beispiel auch noch von Silvester erzählen. Aber wie gesagt - das kommt beim nächsten Mal!

1 Kommentar:

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